Habichtstein Resort Alexisbad
 
 
 
 

Das historische Kurbad Alexisbad.

Einziges Stahlbad im Harz. Der 8.September 1810 war Richtfest für die ersten Gebäude zur Durchführung eines Bäderbetriebes und somit für einen selbständigen Ort mit Ortsnamen „Alexisbad“ , benannt nach seinem Begründer Herzog Christian Alexander von Anhalt-Bernburg ! 325 Meter über dem Meeresspiegel mitten im Tal der Selke gelegen mit dem einzigen Bahnhof der Harzer Schmalspurbahn für die begeisternden Doppelausfahrten . . .


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Das Alexisbad

Reizvolles Selketal

Ein gern besuchtes Wander- und Erholungsgebiet ist der Harz. Weniger bekannt als Wernigerode, Thale, Blankenburg und Stolberg, doch nicht  weniger beliebt sind die reizvoll gelegenen Städte und Dörfer im Bereich des Selketales: Harzgerode, Alexisbad, Mägdesprung, Silberhütte und Neudorf wie auch die Stadt Ballenstedt. Das Selketal, eines der anmutigsten Täler des Ostharzes, bietet dem Naturliebhaber abwechslungsreiche Landschaftsbilder und Eindrücke. Herrlichen Buchenwald, Klippen und Felsen, mit dunklem Fichten- und buntem Mischwald bestandene Hänge, grüne Wiesen und blühende Gärten durchzieht der Fluß. An Burgen auf hohen Gipfeln, an freundlichen Siedlungen und an Stätten der Arbeit eilt er vorüber.

Die Selke entspringt in einer flachen, moorigen Senke zwischen Albrechtshaus und Stiege. Langsam fließt sie anfangs dahin durch Wiesen, von flachen Hängen begleitet. Mäanderartig windet sie sich vielfach und läßt schon jetzt wie in ihrem ganzen weiteren Verlauf den Prall- und Gleithang deutlich erkennen. Der aufmerksame Beobachter sieht auch, daß die Arbeit des Wassers das Bett des Flusses im Laufe der Jahrhunderte viele Male verändert hat. Durch dieses Hin- und Herpendeln des Wasserlaufes ist der Talboden umgestaltet worden und ein breites ebenes Wiesental entstanden.

Flüsse und Bäche haben in Jahrmillionen die Hochflächen des Harzes durch ihre ununterbrochene Erosionstätigkeit nach und nach zersägt und durch ihre Täler gegliedert.

Sobald die Selke Alexisbad und Mägdesprung erreicht hat, nimmt das Tal einen ganz anderen Charakter an. Hier hat sich der Fluß in harten devonischen Plattenschiefer eingenagt, das Tal ist eng, an beiden Seiten streben steile Felshänge empor. Am Scherenstieg weitet es sich wieder; hier steht weicher Schiefer an. Der Fluß konnte ihn leichter ausräumen und schuf so ein 250-300 m breites Wiesental. In diesem weitem Tal unterhalb des Forsthauses Scherenstieg ist die Selke durch Zufluß von vielen Bächen schon ein recht ansehnlicher Fluß geworden, der sanft fließend, aber auch strudelnd und schäumend zwischen reich bewaldeten Hängen dahinfließt. Beim Gasthaus Selkemühle hat das Tal seine größte Breite erreicht. Dann treten die Hänge näher zusammen, hartes Grauwackegestein ragt empor und engt das Tal ein; am engsten wird es am Bartenberg oberhalb der Talmühle, wo hoch auf dem Berge die Burg Falkenstein steht, 134 m über der Selke. Bei Meisdorf begleiten Wiesen und sanfte Hügel den Fluß, dann treten sie zurück und die Selke verläßt den Harz, tritt in das fast ebene Gebirgsvorland aus und eilt der Bode zu.

Alexisbad
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Am 8. September 1810 war Richtfest für die ersten Gebäude zur Durchführung eines Bäderbetriebes und somit für einen selbständigen Ort mit Ortsnamen „Alexisbad“ , benannt nach seinem Begründer Herzog Alexisus. Er ist somit als Geburtstag des Bades zu betrachten, wobei es in keiner Entwicklungsphase eine selbständige Gemeinde war, sondern immer zur Stadt Harzgerode gehörte. Die Entwicklungsphasen von Alexisbad kristallisierte sich in drei Entwicklungsphasen heraus. 

Die erste Etappe ist im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bergbaus in diesem Gebiet zu betrachten und reicht sicher in das 11. Jahrhundert hinein. 

Die zweite Etappe war die Landwirtschaft mit der Verarbeitung des Korns und Öls in den 3 Mühlen auf dem Gebiet des jetzigen Alexibads, nämlich die Klostermühle, die Conrodsmühle (jetzige Goldene Rose) und die Ratsmühle (jetzige Gneistmühle) .Diese Einrichtungen entstanden ab dem 15. Jahrhundert. 

Die dritte Etappe,ab 18. Jahrhundert, ist dann die Entwicklung des Bäder- und Erholungswesens.

Es wurde bereits erwähnt, daß der Ursprung von Alexibad im Bergbau begründet lag, was aus einer Urkunde aus dem Jahre 1239 zu entnehmen ist. Diese Urkunde besagt, daß das Markt- und Münzrecht für Harzgerode gewährt wird und das Münzedelmetall aus eigener Ausbeute zur Verfügung zu stellen ist.

Statt einer ausgiebigen Ausbeute an Silber förderte man überwiegend Schwefelkies.

Das 1179 erstmals erwähnte Benediktinerkloster Hagenrode, gelegen auf dem heutigen Territorium von Alexisbad, als Mutterkloster, weist laut einer Bestätigungsurkunde und einem Güterverzeichnis aus dem Jahre 1200 beträchtliche und reiche Besitzungen aus.

Aus späteren Aufzeichnungen geht jedoch hervor, daß die Ausbeute nicht ausreichend war, die angesiedelten Mönche das Gebiet verließen und sich im Raum Naumburg niederließen.

Um die Grundwasserprobleme der vereinten Gruben im Bereich Harzgerode zu lösen, wurde an der Stelle, wo sich heute die Schwefelquelle befindet, durch holländische Gewerke ein Stollen geschlagen.

Im Jahre 1692 war dieser bereits 1505 Fuß = 500m weit getrieben und erzeugte ein Jahr später einen bedeutenden Ertrag von Schwefelkies.

Im Jahre 1699 wurde ein Querschlag zu den vereinten Gruben im Bereich Harzgerode/Silberhütte/Neudorf geschlagen. Die Ausbeute und Gewinnung waren jedoch zu teuer und wurden eingestellt. 1721 fand man den Stollen ganz verfallen und begnügte sich, dessen Mündung wieder aufzuzimmern, bis auf Befehl des regierenden Fürsten Viktor Friedrich im Jahre 1759 die Gewinnung von Schwefelkies wieder aufgenommen wurde.

Etwa ein Jahr hindurch setze man die Arbeiten fort und gewann durch Destillation Schwefel. Da jedoch der Absatz nicht ausreichend war, wurde das Unternehmen eingestellt.

Im Jahre 1766 wurde auf Befehl des Fürsten Friedrich Albrecht von einem Arzt mit Namen Paldamus das ausfließende Wasser untersucht, ein Behälter, in welchem das Badewasser gesammelt wurde, gebaut und in der nahegelegenen Conrodsmühle sechs Stuben und die gleiche Anzahl von Kammern zum Aufenthalt der Badegäste eingerichtet. 1768 umfaßte die erste Badeliste 50 fürstliche Badegäste, die verschiedene Krankheiten heilen wollten.

1767 schrieb Paldamus über das neuentdeckte Bad bei Harzgerode, eine genaue Analyse des Wassers habe ergeben, daß es Eisen, Bittersalz und etwas Kocherde enthalte. Es wurden einige Krankheiten angeführt, die in den Sommermonaten 1767 und 1768 durch Gebrauch des Wassers behoben wurden.

Aufgrund fehlender Bequemlichkeiten und Vergnügen sowie hoher Kosten verringerten sich ständig die Besucher. Daran änderte auch der gute Ruf des Bades nichts, so daß es ca. 1772 zur Einstellung des Badebetriebes kam.

Im 15. Jahrhundert entstanden zusätzlich die drei bereits genannten Mühlen. Hier wurde das geerntete Korn und Öl gemahlen und teilweise Holz bearbeitet. Die Klostermühle erzeugte ferner ab 1912 Strom für Alexisbad und unterhielt bis 1926 eine Dreherei. Bereits im Jahre 1809 begannen, nachdem durch den Herzoglichen Leibarzt Bernhard Hofrath umfangreiche Analysen über das Quell- und Stollenwasser angefertigt waren die Vorarbeiten für den Badeort. Die damaligen Analysen sind mit den heutigen Erkenntnissen, bis auf das Eisen, nicht mehr vergleichbar.

Über die Ergebnisse seiner Untersuchung der salinischen Eisenquellen, gestützt auf Analysen von Hofrath im Selketal, schreibt Karl Ferdinand Gräfe bereits 1809:

unter der großen Zahl gepriesener Arzeneyen, hat der größte Teil sein Lob entweder seinen Beobachtungen oder medizinischen Tändeleien zu verdanken. Bei unbefangener Prüfung bleiben mir wenige übrig, die dem Arzt als sichere Mittel seiner Wirkung dienen, und zu diesen wenigen gehört bei allen Recht das Eisen.“

Er erklärte noch weiter: „ Da mich Vorurteil weder zum übermäßigen Lobe, noch zum unzeitigen Tadel verleitet, so kann ich unbefangen das Urteil fällen, daß der Selkebrunnen im Allgemeinen als flüchtig reizendes, beruhigendes, auflösendes und eröffnendes Mittel, wegen gänzlichen Mangels an Kohlensäure und wegen des geringen Gehaltes an Salzen, wenig leisten wird und daß sein innerer Gebrauch nur in sehr mäßigen Quantitäten und mit der größten Behutsamkeit erst geprüft werden muß.“

Es kann auch nicht eindeutig nachgewiesen werden, welche Krankheiten bzw. Leiden durch die Heilbäder, und sie wurden zur damaligen Zeit vom Hochadel sehr ausgiebig genutzt, geheilt oder gelindert wurden. Wobei es mit Sicherheit zur Heilung bzw. Linderung von Blutkrankheiten kam.

Es heißt daher in den Untersuchungen, auf deren Grundlage alle Maßnahmen abgeleitet wurden: „ Der Selkebrunnen bewährt sich demnach im Allgemeinen als vorzüglich heilsam, in dem Schwächezustand, der nach mächtigen Krankheiten, als heftigen Nerven-, Gefäß-, und Saugaderfieber zurückbleibt, bedeutenden Blutungen, schwierigen Geburten, öfteren Schwangerschaften, deprimierende Affekte, Trauer, Gram, Kummer oder gefahrvolle Operationen und Copiöse Vereiterungen veranlaßt ist, oder sich als Folge heroischer Kurmethoden nach Heilung der Lustseuche und des Krebses äußert,“

Die Krankheiten die durch das Quellwasser zu heilen sind, werden dann fortgesetzt, um schließlich festzustellen, daß wirksame Arzneien bloß durch vernünftige Leitung zum erfreulichen Ziele führen und daß der Selkequell eben deshalb nur zu angemessener Zeit auf eine zweckmäßige Art gebraucht, allein oder nach Maßgabe in Verbindung mit anderen Mitteln, die gemischten Wirkungen zur Folge haben kann.

Die weitere Entwicklung geht dann wohl von einem Idealisten mit Namen Dr. Lohrleber aus Harzgerode aus, der im Jahre 1808 an den Fürsten einen überschwenglichen Bericht richtet und ihn bittet:

a) die Wiedereinrichtung des Bades bei Harzgerode und

b) die Errichtung einer Post zu Veranlassen.

Er schlägt aber auch vor, Mägdesprung als Ort für das zu erbauende Bad auszuwählen, wohin das Wasser durch Rohre zu leiten sei oder das flache Feld an der „Hoffnung Gottes“, wohin das Wasser mittels Heberädchen durch die Kraft der Selke gehoben werden sollte, zu erschließen.

Aufrund dieses Berichtes, also der eines Bürgers aus Harzgerode, entschloß sich der damalige Herzog Alexius „trotz drückender Verhältnisse und der großen Unsicherheit der Zeit“ eine vollständige Badeanstalt zu errichten. Es wurde eine Brunnendirektion ernannt, die zu einer Aktiensammlung ermächtigt wurde. Einer der ersten Zeichner war der berühmte Maler Gerhard von Kügelgen.

Trotz finanzieller Schwierigkeiten gingen die Bauarbeiten  an den einzelnen Gebäuden zügig voran. Im Mai 1811 waren die Gebäude fertiggestellt und die ersten Kurgäste, vorrangig aus Hamburg und Berlin, reisten an. Anfangs waren es 170 Kurgäste, welche bis auf 324 im Jahr anwuchsen.

Am 12 Juni 1811 war dann die feierliche Einweihung von Alexisbad. Gleichzeitig wurden die Felsengrotte am Eingang des Alexisstollen ihrer Bestimmung übergeben. In den folgenden Jahren war der Besuch des Bades sehr unterschiedlich, wobei ab dem Jahre 1814 ein ständiger Anstieg bis auf 709 Kurgäste im Jahre 1917 zu verzeichnen war. Die verwöhnten Kurgäste, alle aus den sogenannten hohen Ständen waren jedoch mit dem Niveau, den Bedingungen und der Betreuung nicht zufrieden. Obwohl die Kuren sich über einen langen Zeitraum erstreckten und auf die einzelnen Gäste bis zu 8 Betreuungspersonen fielen, mußten neue Wege beschritten werden. In den 20 Jahren wurde daher eine Spielbank mit Lotterie, Pharso, Roulett, Chambre, Pique, Boston u.a. eröffnet. 1816 wurde das 2. Badehaus, die heutigen Wohnunterkünfte des Hotels „Harzquell“ gebaut. Es enthielt eine Trink- und Wandelhalle.

Um den Bauern von Harzgerode keinen Einblick in das überschwengliche Leben der fürstlichen Kurgäste zu geben, wurden die oberhalb des Bades gelegenen Wiesen bis zur Schwefelbrücke aufgekauft.

1822 ließ der Herzog nach Plänen von Schinkel das „Schweizer Haus“ errichten.

Einer der bekanntesten Kurgäste war sicher der berühmte Komponist Carl Maria von Weber, der im Sommer 1820 mit seiner Gattin das Bad besuchte und sich einige Zeit hier aufhielt.

1823 wurde zu Ehren der Prinzessin von Preußen der Luisentempel als Wahrzeichen von Alexisbad errichtet.

Im Jahre 1827 wurde in einem Tal bei Suderode das Wasser aus einem alten Salzschacht untersucht und für heilsam befunden. Das Gebiet war 14 Morgen groß und wurde gekauft, die Quelle überbaut, gereinigt und genutzt. Das gewonnene Quellwasser wurde sowohl in Suderode als auch in Gernrode genutzt, es wurde aber auch nach Alexisbad zur Bereicherung des Wassers aus dem Selkebrunnen gebracht. Nach kurzer Zeit hat man jedoch auch davon Abstand genommen, weil dem Genuß Hautausschläge folgten.

Von großer Bedeutung für Alexisbad war die Erschließung der Quelle unterhalb der Klostermühle an der rechten Talwand des Kupferstieges. 

Der Chemiker Thomsdorf bezeichnete das Wasser 1829 in einer Analyse als eisen- und manganhaltig und leicht verdaulich. Diese Quelle erhielt den Namen „Alexisbrunnen“ und förderte ca 2.000 Liter Wasser pro Tag. 

Am 24 März 1834 stirbt der Gründer von Alexisbad, Herzog Alexius Friedrich Christian.

Ab 1835 ist die Brunnendirektion aufgehoben und das Bad wird von einem Intendanten geleitet. Der Bade- und Kurbetrieb geht merklich zurück, da die Preise zu hoch sind. Man sucht nach neuen Wegen und Methoden, das Bad auszulasten. Man errichtet ein Schießhaus für Interessenten der Jagd und schafft zwischen Alexisbad und Drahtzug Möglichkeiten für Angler und errichtet eine Kegelbahn. Eine Bibliothek mit Lesezimmer sowie Spielplatz für Kinder wurden geschaffen. Auch bürgerliche Kreise aus Harzgerode veranstalteten Bälle und andere Veranstaltungen. 

1845 wird die Verlobungsurne oberhalb des Habichtsteines errichtet. 

Am 1 April 1856 geht das Bad erstmalig mit Pachtvertrag an den Medizinalrat Dr. Richter über, der es zu einer Kaltwasserheilanstalt umwandelt. 

Am 12 Juni 1862 wird der 1830 begonnene Alexius-Erbstollen vom Selketal nach der Schachtanlage „Hoffnung-Gottes“ durchgeschlagen. 

Im Jahre 1868 wird die Bademühle zum Hotel „Zur goldenen Rose“ umgebaut. Das 1855 errichtete Wellenbad, jetzt unmittelbar neben dem Hotel gelegen, wird entfernt und ein neues unterhalb der Klostermühle errichtet.

1870 werden das Pensionshaus „Nova“ als neues Fremdenheim und das Hotel „Klostermühle“ eröffnet. Die erste Gruppe einer Freiwilligen Feuerwehr wird im Jahre 1871 erwähnt.

Das Jahr 1872 leitete eine neue Entwicklungsetappe ein. Am 28 Oktober 1872 kauft der Berliner Kaufmann Gerber Alexisbad mit allen Gebäuden, Gärten, Heilquellen und Badeeinrichtungen einschließlich Bade- und Wirtschaftsinventar für 75.000 Taler. Am gleichen Tag kauft dieser Gerber für 250.000 Taler sämtliche Schachtanlagen.

Zur Aufrechterhaltung des Kurbades werden in den 70 Jahren umfangreiche Analysen der Quellen und des Klimas erarbeitet, um den hohen gesundheitlichen Wert des Bades nachzuweisen. Dr. Med. Gustav Kothe weist Anfang der 80er Jahre nach sorgfältigen Beobachtungen über Lage, Bodenverhältnisse, Vegetation, Klima, nämlich Reinheit der Luft nach, daß dieses Alexisbad in einem seltenen, vollkommenen Grad vorhanden ist und darin wohl von keinem anderen Luftkurort übertroffen, von den wenigsten auch nur annähernd erreicht wird.

Am 8. Juni 1847 setzt, zur Aufrechterhaltung von Ordnung, der Polizeichef von Harzgerode den 1. Polizeidiener in Alexisbad, Erhard Hankel aus Harzgerode, ein. Er wird vereidigt und mit allen Befugnissen von Staat und Polizei ausgestattet.

1873 verkaufte Gerber, durch die Hände skrupelloser Berliner Händler, das Bad an die Mägdesprunger-Neudorfer Eisen- und Silberhüttenbergbau AG, von der es 1880 einschließlich des Mägdesprunger Eisenhüttenwerkes an den Komerzienrat Wenzel aus Dankerode verkauft wurde. Wenzel modernisierte die Badeeinrichtungen, ließ elektrische Lichtbänder, Schwitzbäder, Kohlensäurebäder u. a. errichten. Am Badehaus wurde eine Turnhalle errichtet und Mitte der 80er Jahre erhielt das Hotel „Zur Rose“ einen Saal. 1887 wurde das Hotel „Elepsion“, das spätere Waldhotel eröffnet.

Ein Tag von besonderer Bedeutung war der 1. Juli 1888. Zum ersten Mal fuhr die Selketalbahn durch das Selketal. Es wurde zur damaligen Zeit schon festgestellt, daß die Entscheidung, eine Schmalspurbahn zu bauen, falsch war, was sich ja auch bis heute bewahrheitete. Um 1900 wurde das Bahnhofsgelände erbaut. Bis zum heutigen Zeitpunkt bestand nur eine Wartehalle, wo jedoch die Reisenden durch das 1890 erbaute Hotel „Försterling“ versorgt wurden.

1897 wurde oberhalb des Hotels “Försterling“ eine Försterei errichtet. Der Ort wurde zu dieser Zeit bereits mit Elektroenergie versorgt, die bekanntlich in der Klostermühle erzeugt wurde.

Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 wurde auch Alexisbad mit in die verheerenden Kriegsmaßnahmen einbezogen. Die Gebäude und Einrichtungen wurden zu Lazaretten umfunktioniert und der Bade- und Kurbetrieb eingestellt. 

1919 verkaufte die nun bereits gegründete Alexisbad GmbH das gesamte Bad für 350.000 Mark an einen Holzhändler aus Nordhausen. Im Dezember 1920 erwarb es dann die Stadt Berlin. Die Gebäude, Einrichtungen, Quellen und Brunnen wurden renoviert und teilweise rekonstruiert. 

Alexisbad war allzeit als Tagungsort beliebt. Junge, zielbewußte Ingenieure gründeten hier am 12. Mai 1856 den VDI zwecks „Zusammenfassung der geistigen Kräfte der deutschen Technik in einem größeren Deutschland.“ Im Mai 1931 wurde das 1982 an den Verein Deutscher Ingenieure verkaufte Denkmal enthüllt. 

Im März 1932 kaufte dann der heute noch lebende Otto Krüger das Bad von der Stadt Berlin und es ging damit erneut in Privathand über.

In den Jahren 1937/38 ließ die damalige anhaltinische Regierung umfangreiche Analysen über die Qualität und Heilwirksamkeit des Wassers erstellen und ein Gesamtprojekt zur Rekonstruktion und Erweiterung des Bades erarbeiten. Es sollte ein neues Kurmittelhaus, Kurhaus, Liegewiese bis hin zu einem neuen Hotel mit 250 Betten u. a. gebaut werden.

Am 16. April 1945 wurde Alexisbad durch amerikanische Truppen  eingenommen.

Das sogenannte „Schweizer Haus“ wurde durch eine Granate getroffen und brannte völlig nieder.

Mitte Juli 1945 übernahmen entsprechend dem Potsdamer Abkommen die sowjetischen Truppen das Territorium.

Durch die Wirren und Leiden des zweiten Weltkrieges war die Einwohnerzahl von 50 auf 400 gestiegen. So wurde das Logierhaus zu Wohnzwecken eingerichtet und der Saal „Zur Rose“ als Schule.

Erst 1949 wurde sie aufgelöst und die Kinder in Harzgerode eingeordnet. Im April 1946 wurde auf der Grundlage des Potsdamer Abkommens die Selketalbahn demontiert.

3 Jahre später, am 1.Mai 1949 wurde dann die Reichsbahn bis Straßberg wieder in Betrieb genommen.

Durch den Befehl der sowjetischen Militäradministration wurde bereits 1947 der verbleibende Teil des „Sweizer Haus“, das jetzige Hotel „Selkeblick“, der SED übergeben.

Nachdem das Kurhaus und eine Anzahl weiterer Hotels und Fremdenheime Kurbedürftige aufgenommen hatten, pachtete die Sozialversicherung ab 01.10.1949 vom damaligen Besitzer Krüger das Kur-, Bade- und Logierhaus sowie den Saal

Die “Talwiese”, als Fremdenheim, wurde 1949 von der Sozialversicherung ebenfalls übernommen und als Kinderheim für kranke und krankheitsgefährdete Kinder eingerichtet.

Die Sozialversicherung stellte 1949 den Bäderbetrieb ein und alle Einrichtungen wurden auf Kur- und Erholungswesen umgestellt. Diese Wasseranlagen, Quellen und Brunnen wurden seit dem nicht mehr betreut und sind inzwischen leider verfallen.

1954 wurde das Logierhaus aus dem Pachtvertrag zwischen der Sozialversicherung und Herrn Krüger herausgenommen und die Berliner Müllabfuhr übernahm das Gebäude mit Einrichtungen. Das gesamte Gebäude wurde durch die Müllabfuhr rekonstruiert bzw. instandgesetzt.

Herr Krüger richtete sich ein Kaffee ein. Später wurde das gesamte Haus einschließlich Kaffee von der Reichsbahn übernommen. 1963 kaufte die Reichsbahndirektion Halle die bereits vorher gepachtete Klostermühle und baute ein Betriebsferienheim aus.

Der Ortsteil Alexisbad blieb auch in den Jahren des Neuaufbaus von Naturkatastrophen nicht verschont. Der Borkenkäfer vernichtete viele Fichtenbestände im Selketal. Am 13. Januar 1948 erlebte das Selketal eine der furchtbarsten Überschwemmungskatastophen. Die Katastrophen wiederholten sich am 16. Juli 1955 und am 6. März 1956. Große Schäden entstanden an Gebäuden, Einrichtungen und in der Natur.

Am 3. April 1966 brannte der gesamte Dachstuhl des Hotels „ Zur Rose“ ab. Sie war so stark beschädigt, aber auch in der Bausubstanz so schlecht, daß sie abgerissen werden mußte

Die 60er und 70er Jahre sind gekennzeichnet vom Aufbau des Betriebserholungswesens in Alexisbad. Bis auf das Kinderkurheim “Talwiese” wurde der Kurbetrieb eingestellt.

1963 übernimmt durch Pachtvertrag und als Eigentümer 1972 die Reichsbahndirektion Halle das Hotel „Klostermühle“ und errichtet ein Ferienheim mit 40 Plätzen.

Das Ministerium des Innern übernimmt 1965 von der Sozialversicherung das „Geschwister-Scholl-Heim“ . Das ehemalige Kur und Badehaus wird für die Angehörigen der Deutschen Volkspolizei als Ferienheim um- und ausgebaut. Die 1. Belegung erfolgte anläßlich des 18. Jahrestages der Gründung der DDR. Die Erweiterung dieses modernen Ferienheimes wurde dann inden 70er Jahren fortgesetzt.

Am 1. Juni 1976 wurde das Bettenhaus seiner Bestimmung übergeben und im Dezember 1977 das Küchengebäude sowie das Mehrzweckgebäude mit Sauna und Kegelbahn usw.

Heute heißt das Ferienheim des MdI „Harzquell“.

In den Jahren 1983/84 wurde dann das Postgebäude rekonstruiert. Eine neue moderne Poststelle eingerichtet und eine Wohnung ausgebaut.

Damals fanden täglich ca.480 Urlauber, in den modernen Betriebsferienheimen, Bungalows, Ferienheimen u. a., Erholung und Entspannung.

Hinzu kamen bis zu 1.500 Touristen, die Alexisbad und das Selketal aufsuchen. Noch attraktiver wurde der Erholungsort mit der Erweiterung der Harzbahn.

Am 30. November 1983 wurde die Vereinigung des Schmalspurnetzes vollzogen und somit die Bahnanschlüsse in Richtung Harzgerode und Nordhausen gewährleistet.

Am 1. Dezember 1981 verkaufte Herr Schulze das Hotel „Försterling“ mit dem Kaffee „ Exquisit“ an das Ministerium für Staatssicherheit.

1984 wurde mit dem Um- und Ausbau des Gebäudes begonnen. Positiv ist zu bewerten , daß vom Hauptgebäude die schöne Fachwerkfassade bestehen blieb.

1985 wurde mit dem Bau des Sozial- und Versorgungsgebäudes begonnen. Im Februar 1988 wurden die ersten Urlauber im neugeschaffenen Ferienheim „Habichtsstein“ begrüßt.

Mit Wirkung vom 8 Februar 1990 ging das Ferienheim „ Habichtstein“ in die Rechtsträgerschaft des Rates der Stadt Harzgerode über.

Ab dem 1. Mai 1990 war Erich Wiemann Pächter dieses Gebäudes, das als Hotel genutzt wird.

Im April 1993 erwarb Herr Erich Wiemann das Hotel von der Treuhand und ist seit dem zusammen mit Ulf Richter bestrebt, das Hotel sowie den Ort Alexisbad mit der unverfälschten Schönheit seiner natürlichen und erholsamen Umgebung im alten Glanz wieder aufleben zu lassen.





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